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Bunter Flecken in grauer Umgebung

Im „Querklecks“ beim Radolfzeller Bauhof treffen sich auch samstags behinderte Kinder und Jugendliche.

Ein Artikel aus dem „Südkurier“ vom 15. Juli 2006, von Claudia Antes-Barisch

Die Fassade vom Querklecks mit dem Ergebnis des Kunstprojektes

zum Foto: Das ist er, der Querklecks. Ein kleines Haus an der Markthallenstraße, die Fassade aufgepeppt mit dem Ergebnis eines Kunstprojektes. Günter Wenger und Doris Kaipf sind seit Jahren engagiert beim Treffpunkt für behinderte Kinder und Jugendliche. Ihr größter Wunsch derzeit: Nicht wieder ausziehen zu müssen.

Ein winziges Häuschen, im letzten Winkel des Radolfzeller Bauhofs gelegen. Vorne führt die Markthallenstraße vorbei und der Blick aus den Fenstern fällt auf städtische Einsatz- und Arbeitsgeräte. Nicht gerade eine Wohlfühl-Umgebung. Einladend wird es erst, wenn man eintritt und spürt: Hier wird fröhlich gelebt. Bunt ist es, viele Fotos von gemeinsamen Erlebnissen hängen an den Wänden, viel Selbstgebasteltes. Auch eine kleine Küche fehlt nicht.

Als sich das Querklecks-Domizil noch mitten in der Stadt in der Kaufhausstraße befand, war es sicher präsenter in der öffentlichen Wahrnehmung. Aber wer in Radolfzell kennt seit dem Umzug im Herbst 2004 auf Anhieb die neue Adresse des Treffpunkts für behinderte Kinder und Jugendliche? Damit das kleine Haus besser wahrgenommen wird – und weil es für alle Beteiligten ein Spaß war – hat Querklecks-Mitarbeiterin Doris Kaipf eine große Malaktion mit ihren Schützlingen gestartet. Das Ergebnis kann an der Hausfassade bewundert werden: Ein buntes Puzzle aus bemalten Holzteilen.

Seit sechs Jahren gibt es den Querklecks. Bereits 1989 gründete der damalige Leiter des Sozialamtes, Heinz Brandmeier, die Stiftung Behindertes Kind. Sie sollte vor allem finanzielle Hilfe für betroffene Familien bringen. Noch heute verwaltet das Sozialamt die Stiftungsgelder. Günter Wenger hat als engagierter "Querklecksler" diese Aufgabe übernommen. Zusammen mit Doris Kaipf, die hauptberuflich beim Diakonischen Werk tätig ist, und einigen betroffenen Eltern kam er auf die Idee mit dem Freizeittreff für junge Behinderte. "Bei der Realisierung haben wir uns sehr stark an den Bedürfnissen der Eltern orientiert", sagen Kaipf und Wenger. Die wollten nämlich vor allem Entlastung am Wochenende und einen Treffpunkt für die Kinder. So kam es zur Öffnungszeit am Samstag.

20 Teilnehmer aus Radolfzell und dem Umkreis sind derzeit bei Querklecks angemeldet. Natürlich kommen nicht immer alle, aber der Zuspruch ist groß. Betreut werden die jungen Behinderten von haupt- und ehrenamtlichen Kräften. Doris Kaipf legt großen Wert darauf, dass der Querklecks ein offener Treff ist: Integrative Begegnungen stehen im Vordergrund. Man knüpft beispielsweise Kontakte zum Jugendzentrum Lollipop, nimmt an der Kinder- und Jugendaktionswoche teil und gibt Projekten den Vorzug, bei denen die Teilnehmer als selbstverständlicher Bestandteil des öffentlichen Lebens wahrgenommen werden. So war es bei den Tanzkursen, so ist es beim diesjährigen "Highlight", dem Projekt integratives Segeln.

Doris Kaipf und Dieter Wenger hegen die Hoffnung, dass das Gebäude nicht in naher Zukunft der Stadtplanung zum Opfer fällt. Wäre schade um die vielen ehrenamtlichen Stunden, die in die Restaurierung des Hauses investiert wurden. Schade auch um die neue behindertengerechte Toilette, die man extra einbauen ließ.

Claudia Antes-Barisch


 ein Foto der Seestraße

Quelle: Südkurier

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