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„Mut“ und „Freude“ auf dem See

Bootstaufe beim Integrierten Segelverein Bodensee

Ein Artikel aus dem „Wochenblatt“ vom 28. Juni 2006, von Rainer Pudwill

Moos (pud). Im Rahmen eines Gottesdienst sind die ersten drei eigenen Boote des Integrativen Segelvereins Bodensee (ISB) am vergangenen Sonntag getauft worden. Die „Mini-12er“ erhielten die Namen „Vertrauen“, „Mut“ und „Freude“. Nach der Segnung durch den Mooser Diakon Peter Niesporek wurden sie im Mooser Hafen zu Wasser gelassen und konnten gleich ausprobiert werden.

Finanziert wurden sie innerhalb eines Jahres durch Spenden und privatem Engagement der Mitglieder. Allein 2.500 Euro spendete die Zonta-Hilfe. Die Namen der Boote verweisen auf die Kraft des Glaubens, die der Evangelist Markus beschreibt. Jesus, der während eines Sturms im Boot schlief, von seinen ängstlichen Jüngern geweckt wurde, drohte dem Wind und völlige Stille trat ein. Er fragte seine Jünger, warum sie Angst haben und keinen Glauben. Wer Angst habe, habe keinen Mut, habe kein Vertrauen und keine Freude, predigte Diakon Niesporek. Wer einen starken Glauben habe, habe Kraft fürs Leben.

ISB-Vorstandsmitglied Reinhard Keller wünschte, dass die Boote die Angst nehmen zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen. Die Förderung und Integration behinderter Menschen in Lebensbereiche, die ihnen nur unter erschwerten Bedingungen möglich sind, ist das Ziel des ISB.

„Indem wir Menschen mit Behinderung helfen, eigenverantwortliche Segler und Seglerinnen mit Naturbewusstsein zu werden, schaffen wir gegenseitig Respekt, Achtung und Freude füreinander“, sagte ISB-Vorsitzender Tobias Gielen. „Die Mini-12er sind für uns die idealen Boote, weil sie nicht kentern können. Sie segeln relativ langsam, was gerade für geistig behinderte Menschen gut ist, weil neue Bootsklassen auf Hochleistung und Geschwindigkeit getrimmt sind“, führte er aus.

Der Verein, der im Dezember 2004 gegründet wurde, hat derzeit 17 Mitglieder, davon sind drei behindert. Idee und Konzept stammen aus Österreich, wo seit mehr als 10 Jahren erfolgreich mit behinderten Menschen gesegelt wird.

„Da es im süddeutschen Raum nichts Ähnliches gibt, wir begeisterte Segler und die meisten in der Arbeit mit behinderten Menschen tätig sind, war für uns klar, dass wir unseren behinderten Menschen auch diese Möglichkeit bieten wollten“, so Gielen.


 ein Foto der Seestraße

Quelle: Wochenblatt

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